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Und es kam noch schlimmer - Marktlage Januar 2009

Und es kam noch schlimmer - Marktlage Januar 2009

Im Sommer 2008 waren hohe Dieselpreise und schwierige Preisanpassungen das Hauptthema. Die Auftragslage war noch gut und die geplante Mauterhöhung lag als dunkle Wolke am Horizont, und alle hofften, dass sie nicht kommen möge.
Und dann kam sie doch noch kurzfristig mit Beschlüssen Anfang November 08.

Gleichzeitig begann bereits im Herbst die Auftragslage zu sinken...

in Monaten, in denen normalerweise das Polster für die meist schlechten Monate Dezember und Januar mit weniger Arbeitstagen aufgebaut wird. Das Polster fehlt und so kommt es jetzt bei vielen zu Liquiditätsengpässen. Die aktuelle Situation wird von folgenden Faktoren gekennzeichnet:

Ø  Erfreulicher Dieselpreisrückgang auf unter 85 Ct / Liter an eigner Tanksäule

Ø  Gravierende Mautanhebung, die nicht alle Verlader zahlen

Ø  Rückgang der Konjunktur und Auftragslage mit Konsequenzen wie

Ø  Rückgang der Transportpreise, extrem in Frachtenbörsen für Rückladung

Ø  Überhang an Laderaum, viele Billiganbieter, tierischer Wettbewerb 

Ø  Schlechte Ertragslage, schlechter GeldeingangØ  Preisverfall für gebrauchte LKW

Ø  Liquiditätsprobleme u.a.Kreditklemmen und Liquiditätsengpässe gab es schon immer, wenn es an der Bonitätseinschätzung der Bank mangelte und die Ertragslage aus den verschiedensten Gründen schlecht war.

Das Ziel :         Zukunftssicherung!

Der Weg:

Ø  Sicherstellung der Liquidität

Ø  Wiederherstellung der Rentabilität als Basis zur

Ø  Kapitaldienstfähigkeit und zum Unternehmereinkommen

Ø  FinanzierungsoptimierungDem Thema Finanzierung wurde in der Vergangenheit in vielen Firmen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Hintergrundwissen und Kenntnis über Lösungsalternativen sind von Vorteil.

Die generellen Finanzierungsalternativen:

Ø  Fremdfinanzierung über Hausbanken und Spezialfinanzierer

Ø  Eigenfinanzierung

Ø  Beteiligung

Ø  Leasing

Ø  Sale and lease back (Pool Invest)

Ø  Mietkauf

Ø  Miete zu derzeit sehr niedrigen Konditionen Bsp. SZM 1.800 € Fullservice

Ø  Finanzierungshilfen des Bundes, der Länder, EU, regionale Förderungen
KfW, BAfA u.a. immer über die Hausbank!! Es gibt über 1000 Fördertöpfe und nur wenige für Transportunternehmer, für Logistiker schon mehr!
Wer kennt sich da aus? Es gibt sogar Fördermittelberater!

Ø  Lieferantenkredite

Ø  Factoring, kostet ca. 1,5- 2% plus Zinsen, erhöht Eigenkapital und Liquidität

Ø  Beleihung von Forderungsaußenständen anstatt FactoringØ  Sonstige (wie als Alternative zur Investition: Fremdvergabe mit Gewinn)

Ziel: optimaler Finanzierungs- Mix, nicht Leasing gegen Finanzierung und andere.


Ob KfW- Kredite in Anspruch genommen werden, hängt nicht allein vom Zinssatz ab, der meist nicht viel günstiger ist.
Laufzeit, tilgungsfreie Zeiten, Haftungsfreistellung spielen eine wichtige Rolle.
KfW Kredite müssen über die Hausbank beantragt werden, dies ist mit zusätzlichem Aufwand und Konzept verbunden und dem Willen der Bank.
 Ziel: optimaler Finanzierungs-Mix   
Dreh- und Angelpunkt ist die Bonität eines jeden Unternehmens und das auf dem Markt erzielbare Zinsniveau.
Dieses spiegelt sich in der Umlaufrendite für festverzinsliche Wertpapiere wieder: (über google,  Umlaufrendite, Börse Stuttgart)> aktuell 3,1%,  Mitte 08 noch 4,8% und Dez 08 sogar 2,81%.
Auf diesen Zinssatz muss man je nach Finanzierungssumme und Laufzeit  ca. 1,5% bis 2% aufschlagen, dann hat man den Marktzins.     

Bei guter Bonität liegen die Zinsen zurzeit unter 5%, aktuelle Beispiele:

> Summe 400.000 € Laufzeit 4 Jahre 4,8%, bei 3 Jahren 4,5%
> Umschuldung mit Immobilien besichert 200.000 € 4,85% auf 8 Jahre
> Normalkonditionen über 5%

Als Voraussetzung für gute Bonitäten müssen die Kennzahlen stimmen: 

Ø  Rentabilität: Basis für Kapitaldienst, Liquidität, Unternehmereinkommen

Ø  VermögenslageØ  Finanzierung / LiquiditätØ  Geschäftsführungskompetenz  

Ø  Leistungsangebot und Zukunftsfähigkeit

Mögliche Ursachen für Liquiditätsprobleme:

Ø  Verluste

Ø  Lange Geldeingangsdauer

Ø  Hohe Forderungsaußenstände

Ø  Wachstum

Ø  zu niedriger Kontokorrentrahmen

Ø  Forderungsverluste

Ø  Kundenverluste

Ø  Altlasten

Ø  Zu hohe Investitionen

Ø  Falsche Finanzierungsstruktur, zu kurzfristig, zu hohe Zinsen

Ø  Zu hohe Entnahmen

Ø  Fehler in der Geschäftsführung

Ø  Schwache Monate Dezember, Januar, Sommermonate? U.a.

Ø  Ertragslage zu schlecht 

Wichtig ist der Umgang mit den Banken:

Ø  Aktiv anstatt passiv

Ø  Kontokorrentlimit nicht ohne Abstimmung überziehen

Ø  Unterlagen wunschgemäß stellen, BWA, Bilanzen u.a.

Ø  Finanzbedarf vor Investition sichern und nicht erst, wenn der LKW auf dem Hof steht

Ø  Alternative Finanzierungsvergleiche einholen, prüfen mit finanzmathematischem Rechner und nach verhandeln

Ø  Konzepterstellung und Rentabilitätsvorschau

Ø  Hintergrundinformationen, Transparenz schaffen

Ø  Erläuterung über stille Reserven  

Ø  Zukunftsplanung

Ø  Entwicklungschancen

Ø  Ertragssituation darstellen, Vergangenheit, aktuell, künftig

Ø  für guten Bonitätsindex sorgen, da viele Kreditgeber schnelle Kreditzusagen auf Basis des Indexes treffen, sofern er besser als 230 ist

> positiv beeinflussen und Anfrage nicht in den Papierkorb werfen!

Ø  Professionelle Gesprächs- und Unterlagenvorbereitung    

Ø  Wissen worauf es ankommt!  

Und wenn die Liquidität klemmt: biete Hilfestellung mit Erfahrung

Ø  Ursachen feststellen

Ø  Bankgespräch suchen,            

Ø  Maßnahmenplan zur Zukunftssicherung

Ø  Sicherstellung der Liquidität

Ø  Wiederherstellung der Rentabilität, Kosten senken

Ø  Handlungsalternativen bei Liquiditätsengpässen


> Kapitalzufuhr
> Erhöhung des Kontokorrentrahmens (Sicherheiten ausreichend ?)
> Tilgungsaussetzung
> Tilgungsstreckung
> Geldeingang beschleunigen
> Finanzdisposition
> Factoring  / Forderungsverkauf
   bringt Liquidität und verbessert das Bilanzbild
   und kostet ca. 1,5- 2% vom Umsatz plus Zinsen

Ø  auf drohende Insolvenz achten und evtl. Geschäftsführerhaftung
Rechtsanwalt einbeziehen
Berater mit Speditions- und Bankerfahrung hinzuziehen  

Ø  Streuung der Finanzierungen
mehr als eine Hausbank ins Boot holen, besser schon vorher!
Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken als regionale Partner

Voraussetzung ist die Kenntnis über das Machbare und mögliche Lösungswege. Bei Verdauungsbeschwerden der schweren Kost bitte melden.   
Wer zu spät kommt…. Es ist selten zu spät und nie zu früh! 
Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Bellessem

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