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Zur Marktlage - Kommt es noch schlimmer?

Zur Marktlage - Kommt es noch schlimmer?

Während das bisher angestiegene Kostenniveau nicht voll auf die Preise umgelegt werden konnte, kommt mit der beschlossenen Mautanhebung ab Januar 2009 ein weiterer großer Kostenschub, wenn nicht doch noch die Bundesländer den Beschluss kippen.

Es trifft insbesondere die Euro-3 Fahrzeuge mit einem Anteil von über 50%. Die Mautsätze erhöhen sich für einen Euro-3 Zug mit mehr als 4 Achsen von 13 Cent je km auf 22,4 Cent, das sind 72% oder je km 9,4 Cent mehr, auf 600 km sind das 56 € mehr! Ein Euro-5 Zug erhöht sich von 11 Cent auf 15,4 Cent = 40%, je km um 4,4 Cent, das sind bei 600 km 26 €. Die höhere Maut für Euro-3 Züge wird wohl kaum ein Verlader bereit sein zu zahlen. Und so schnell können die vielen Euro-3 Lkw nicht ersetzt werden. Namhafte Speditionen wie Kühne & Nagel informieren schon seit Wochen die Kunden über die bevorstehende Mautanhebung mit der Bitte, die Erhöhung in den Budgets, die meist in den Herbstmonaten erstellt werden, zu berücksichtigen! Gehen Sie auf Ihre Kunden zu!

Die aktuelle Marktlage wird von den extrem gestiegenen Dieselkosten gekennzeichnet, die nun wieder leicht sinken. Leider kommt die Preissenkung nicht voll an der Zapfsäule an. Mineralischer Diesel kostet an der eigenen Säule (Stand 5.8.08) ca. 1,10 € je Liter im Rhein Main Gebiet, Spitzenwerte lagen bei über 1,25 € vor einigen Wochen. Biodiesel und Pflanzenöl liegen ebenfalls bei 1,10 € je Liter, Altkontrakte mit ca. 95 ct sind nicht selten. Namhafte Institute prognostizieren ein Absinken des Ölpreises auf ca. 100 Dollar je Barrel, Preis heute ca. 118 Dollar nach Spitzenwerten von 150 Dollar. Für eine Dieselpreisfixierung ist der richtige Zeitpunkt dennoch schwierig zu finden. Bei Interesse geben wir gerne separate Hintergrundinformationen zur Preisfixierung

Dringend notwendige Preisanpassungen gestalten sich schwierig, müssen aber hartnäckig erkämpft werden. Offenbar besteht ein Überangebot an Laderaum, was bei Rückladungssuche sogar auf das Preisniveau drückt. Im einfachen Ladungsverkehr ist der Wettbewerb besonders stark, auf internationalen Relationen mit billigen Frachtführern aus dem EU - Osten noch schlimmer. Die Preise für gebrauchte LKW sind stark gesunken. Dagegen liegt das Zinsniveau ca. 1% höher als noch im März 08 bei sinkender Tendenz.

Sofortmaßnahmen

  • Geschwindigkeit reduzieren. Bei hohem Tempo steigt der Dieselverbrauch steil an. Kraftstoffsparender und verschleißarmer Fahrstil ist angesagt! Gewonnene Zeit wird meist in Pausen umgesetzt, nur Schwungspitzen zulassen und im Einzelfall bei Termin!
  • Fahrerschulung, Ecotraining > Jeder Fahrer kann den Verbrauch noch senken!
  • Reifenluftdruck überwachen, Mehrverbrauch bei niedrigem Druck, drohende Platzer
  • Notwendige Preisanpassungen errechnen
  • Preisanpassungsgespräche bei Hauptkunden schnell führen
  • Preisanpassung an Kleinkunden mitteilen, es fehlt die Zeit für Besuche
  • Verlusttouren ablehnen
  • Fuhrparkreduzierung, um nicht alle schlechten Preise annehmen zu müssen, Problem bei vorhandenen guten Ausgangsladungen und fehlenden Rückladungen
  • Kooperationspartner suchen, Ladungstausch anstreben
  • Fremdvergabe mit Gewinn erhöhen
  • Einsätze im Subauftrag überprüfen und bei Verlust einstellen
  • Kosteneinsparpotentiale aufspüren (im Einkauf, Versicherung, Energie u.a.)
  • Liquidität sichern!

Weitere Lösungsansätze prüfen zur Optimierung von Preisen, Kosten und Auslastung

  • Preisparameter anstreben, aber beachten, dass als Basis der Termin der letzten Preisanpassung herangezogen wird (Preistabelle von BGL oder MWV) und nicht das jetzige Hochpreisniveau. Ansonsten besteht die Gefahr, dass bei sinkendem Preis Nachlässe gegeben werden von vorher nicht erreichten Anpassungen!
  • Investition in neue Fahrzeuge mit niedrigeren Mautkosten, sofern Einsatz kostendeckend
  • Fahrzeugtechnik und Ausstattung optimieren
  • Zuschuss für Lkw abgelaufen, aber Förderung über KfW Programm 225, 226 mit Hausbank
  • Dieselpreisfixierung zum späteren Zeitpunkt prüfen und vorbereiten
  • Kombiverkehr auf weiten Strecken
  • Kooperationen aufbauen
  • Individuelle Strategie und Alternativen prüfen und immer die Liquidität sichern!

Reinhard Bellessem, Unternehmensberatung für Speditionen und Transportbetriebe Zu finden im Internet unter: www.bellessem.de

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